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Umfrage: „Tiny House“-Bewegung: Wenn Wohnen auf das Wesentliche reduziert wird

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In den USA hat sich der Trend zum kleinräumigen Wohnen bereits mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 etabliert. Die explodierenden Immobilienpreise haben vor allem bei einer jungen und urbanen Bevölkerungsschicht zu einem massiven Umdenken geführt. Im Mittelpunkt stand nicht länger die Frage, wie viel Wohnraum man sich leisten konnte – sondern viel mehr, wie viel Wohnraum wirklich zum Leben benötigt wird. Die hohen Grundstückspreise, die überschaubare Verfügbarkeit von Grund und Boden und nicht zuletzt die steigende Anzahl an Single- und Zwei-Personen-Haushalten haben die „Tiny House“-Bewegung schließlich auch hierzulande Fuß fassen lassen. Anbieter von Häusern zwischen 15 und 33 Quadratmetern gibt es mittlerweile einige. Unter ihnen: Das österreichische Startup „Wohnwagon“. Hinter den Namen „Susi“, „Oskar“ oder „Karl“ verbergen sich nicht etwa die Namen der Ansprechpartner. Nein – so wird bei den Niederösterreichern die jeweilige Ausbaustufe des mobilen Hauses bezeichnet.

Autarkes Wohnen

Zwischen 50.000 und 120.000 Euro kostet ein Wohnwagon aus Niederösterreich. Ein Schnäppchen ist das freilich nicht. Und doch verbirgt sich hinter „Peter“ oder „Fanni“ mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Oder anders gesagt: Während die „Tiny House“-Bewegung Wohnen auf das Wesentliche reduziert, erweitert Wohnwagon diese Perspektive um eine neue Facette. „Wir wollten zeigen, wie ein innovativer und geschlossener Wohnkreislauf aussehen kann, der sich darüber hinaus auch gut anfühlt“, erklärt Geschäftsführerin Theresa Steininger. Das bedeutet: Mit dem Wohnwagon kann die Bewohnerin bzw. der Bewohner – je nach Ausbaustufe – vollkommen autark leben. Dafür sorgen eine Photovoltaikanlage, eine Solar-Holz-Zentralheizung, eine Bio-Toilette – und sogar eine autarke Wasserversorgung.

Individualität in den Mittelpunkt

Die Interessen lassen sich laut Wohnwagon nicht schubladisieren. Junge Paare mit einer „Zurück-zu-den-Wurzeln“-Mentalität würden sich genauso wie ältere Menschen, denen ihr Haus zu groß geworden ist, von Wohnwagon angesprochen fühlen. Also alte und junge Hippies? Mitnichten, heißt es von Seiten des Startups. „Klassische“ Aussteiger seien rar gesät – vielmehr handle es sich um bodenständige Menschen, die vom Wunsch nach Veränderung geleitet würden. Und: Es sind Individualisten, die sich ein Leben in einem Wohnwagon vorstellen können. „Die Menschen wollen ihre Identität in ihre Wohn-Konzeption einfließen lassen, individuelle Möbel mit eigener Persönlichkeit werden immer wichtiger – und klassische Räume werden zu ganzheitlichen Wohnsituationen“, heißt es beim Unternehmen.

XS statt XL beim Wohnen

Die Zukunft des Wohnens wird von neuen Konzepten und Wohnraum-Erlebnissen begleitet, wie auch das renommierte Zukunftsinstitut rund um Trendforscher Matthias Horx in einer Studie deutlich macht. Demnach zählen vor allem Dezentralisierung, Reduktion und eine starke Tendenz zu natürlichen, gesunden Materialien und individuellen Möbel-Lösungen zu den bestimmenden Faktoren der Wohnzukunft unserer Breitengrade. XS-Wohnkonzepte, wie sie die „Tiny House“-Bewegung oder auch Wohnwagon verfolgen, und somit reduzierte, aber hochwertige kleine Räume, werden zukünftig stark auch unsere Wohnlandschaft prägen.

Viele ungeklärte Fragen

Ob sich das Single-Haus im Camper-Stil, wie es Wohnwagon nun vorantreibt, durchsetzen wird, bleibt aber abzuwarten. Denn: Nach wie vor sind viele wichtige Fragen ungeklärt. Darunter etwa, welche Widmung für ein „Tiny House“ wie den Wohnwagon erforderlich ist – auch, ob trotz Wasserautarkie ein Kanalanschluss erforderlich ist. Bis dato sei man ein wenig auf das Gutdünken des jeweiligen Bürgermeisters angewiesen. Das heißt: Bisher seien vor allem individuelle Lösungen gefunden worden, bestätigt Geschäftsführerin Steininger gegenüber Medien. Ein Umstand, der sich mit Verkaufszahlen jenseits der Zweistelligkeit freilich ändern muss.

VEV-Umfrage: Könnten Sie sich das Leben in einem „Tiny House“ wie dem Wohn-wagon vorstellen?

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