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Novellen schicken erste Boten

Die Novellen von Raumplanungs- und Grundverkehrsgesetz sind kaum in Kraft – schon zeigt sich, dass die Warnungen der Vorarlberger Eigentümervereinigung traurige Realität geworden sind. Wir haben mehrfach im Rahmen des Begutachtungsverfahrens darauf hingewiesen, dass die Gesetzesnovellen massiv in den Immobilienmarkt eingreifen werden. Die befürchteten Konsequenzen: Die Vorarlberger werden zum einen in ihren Rechten beschnitten – und müssen zum anderen für Grund und Boden noch stärker in die Tasche greifen. Die ersten Sachverständigen und Makler konnten diese Sorgen nun bestätigen: Erstmals in der jüngeren Geschichte waren private Käufer in Vorarlberg demnach bereit, für Grundstücke deutlich mehr zu bezahlen, als gewerbliche Bauträger. Dramatische Vorboten, die die Alarmglocken bei den politischen Verantwortlichen erklingen lassen sollten. Denn: Diese Beobachtungen wurden anhand der bloßen Ankündigung getätigt. Das restriktive Grundverkehrsgesetz wird die Nachfrage nach Wohnungen nun deutlich erhöhen, wie auch der Sachverständige Richard Richter in unserem „Haus & Grund“-Interview erwartet. Die Preisschraube am Immobilienmarkt wird sich also nicht, wie erhofft, nach unten drehen, sondern weiter nach oben. Das wirklich dramatische dabei: Diese Preissteigerung ist hausgemacht. Und warum? Weil man auf Seiten des Landes offenbar nicht gewillt ist, die Warnungen von Experten ernst zu nehmen.

Ein altes Sprichwort sollte man sich auch 2019 noch zu Herzen nehmen: Klingt etwas zu schön, um wahr zu sein, ist es das in aller Regel auch nicht. Auf den Immobilienmarkt umgemünzt bedeutet das: Einem komplexen Thema kann man nicht mit einfachen Rezepten begegnen.