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"Emotionen statt Fakten"

Auch wenn die Debatte rund um das Thema Leistbares Wohnen nicht neu ist – die Emotionalität in der Diskussionsführung ist es. Ein Beispiel? So hat eine im August verschickte Presseaussendung der VEV hohe Wellen geschlagen. Das Thema: „Wohnen im Ländle ist teurer geworden, aber es ist leistbar.“ Die VEV versuchte sich an einer Aufarbeitung von Fakten zu den Wohnkosten in Vorarlberg – basierend auf unabhängigen Studien, Untersuchungen und Statistiken. Die Resonanz auf die von den Medien verkürzten Ausführungen? „Wo Hagen nur diese absurd dummen Zahlen her hat“, „Politiker wie der Hagen wissen gar nichts von der Bevölkerung, denn sonst könnten sie nicht so einen Schmarrn erzählen“ oder „Herr Hagen lebt anscheinend in einer Scheinwelt“ waren noch die unaufgeregtesten Kommentare in einem bekannten Vorarlberger Online-Forum.

Dass die Emotionen in dieser Debatte hochkochen, ist auch verantwortungslosen Politikern und Interessensvertretern geschuldet, die seit Jahren Stimmung gegen Vermieter machen und einen Markt kaputt reden, der an sich gut funktioniert – und alles andere als zu einer Verteuerung beigetragen hat. Im Gegenteil: Während die Mieten in den vergangenen Jahren – abseits der Indexanpassung – nicht gestiegen sind, sind die Betriebskosten regelrecht explodiert. Hinzu kommt, dass sich sowohl Lebensgewohnheiten als auch Anforderungen an das Wohnen geändert haben. Mehr Platz und bessere Qualität für weniger Personen – wenig überraschend also, dass Wohnen für viele nicht mehr leistbar erscheint. Wo die wirklichen Probleme begraben liegen? Bei der öffentlichen Hand und den Gemeinden, die maßgeblich für die hohen Betriebskosten verantwortlich sind – und scheinbar Schwierigkeiten haben, Treffsicherheit im sozialen Wohnbau zu gewährleisten.

Dornbirn, im September 2016